Die graue gehörnte Heidschnucke ist ein Wildschaf und stammt vom Mufflon Sardiniens und Korsikas ab. Sie ist in beiden Geschlechtern gehörnt, bei den Widdern formt sich das Gehörn zur Schnecke. Die Heidschnucke ist sehr genügsam und frisst das trockene Heidekraut, sowie alles was am Wegrand wächst. Sie versteht es, den dürftigen Pflanzenbewuchs der Heide voll zu nutzen. Die Heidschnucken gehören zu den Gemischtwollrassen. Über dem weichen Unterfell schützt das grobe Grannenfell vor Witterungseinflüssen. Die Wolle ist etwas kratzig. Die Schnucke wiegt etwa 50 kg. Im Frühjahr kommen die Lämmer zur Welt. Im Mai werden die Tiere geschoren. Die Wolle hat heute keinen Wirtschaftswert. Die Lämmer werden das erste Mal Mitte August geschoren. In die Heide zieht die Herde vorwiegend im Spätsommer und Herbst, um während der Heideblüte die Spinnweben, in denen sich die Bienen verfangen, zu zerreißen. Zum Abend hin zieht die Herde aus der Heide in den Pferch oder in den Stall, um eine Überdüngung der Heiden zu vermeiden. Die Heidschnucke als Wiederkäuer benötigt Ruhezeiten. Die anspruchslose "Schnucke" ist der norddeutschen kargen Heide und Moorlandschaft gut angepasst. Schnucke kommt von Schnökern, das ist Neugier- und Abwechslungsfraß.
Eine Heidschnucke kann bis zu 12 Jahre alt werden. Der Umtrieb in einer Gebrauchs-herde von 320 bis 350 Tieren liegt bei 5 Jahren. Ein Jungbock deckt etwa 25-30 Tiere, ein Altbock 40-60 Tiere. Die Tragezeit der Muttertiere dauert 150 Tage. Das Lamm, bei der Geburt noch schwarz, wiegt etwa 4,5 kg. Ab der zweiten bis dritten Woche beginnt das Lamm feste Nahrung zu sich zu nehmen und wird damit zum Wiederkäuer. Ein Mutterschaf ergibt bei der Schur etwa 1,2-1,5 kg Wolle. Das Gewicht schlachtreifer Jährlinge beträgt etwa 30-35 kg, das der Muttertiere um die 45 kg. Böcke wiegen etwa 50 kg. Das Fleisch hat einen besonderen feinen wildartigen Geschmack. Es gibt Muttern, Lämmer, Jährlinge, Hammel, Überläufer, Zutreter und Böcke. Merzen sind die Tiere (Muttern), die aus der Herde wegen Nichtträchtigkeit aussortiert werden. Im Frühjahr kann die Herde mit den Lämmern bis zu 1000 Tiere betragen. 

In der Saison von Mai bis Oktober, Dienstag bis Sonnabend gegen 17.30 Uhr kann der Besucher des Schäferhofes bei gutem Wetter den Eintrieb der grossen Herde in den Stall miterleben. Eintritt: 1 Schnucken-Euro.