Die Ausstellung ist eröffnet!

Alles rund um die Heidschnucke

Rb. Die Schnucken sind nicht nur schnuckelig, sondern – so Dr. Dieter Borgmann, der von allen nur „Flachs“ genannt wird – eigentlich „nur“ Mittel zum Zweck. Sie sind für die Landschaftspflege da. Die Schnucken lieben die Birkentriebe und knabbern sie Stück für Stück ab – anderenfalls wäre von lila blühender Heide im Herbst bald nichts mehr zu sehen.

Aus der Landschaftspflege heraus entstand die Neuenkirchener Schnuckenherde – heute ist sie aus Neuenkirchen nicht mehr wegzudenken, so Werner Struntz, der 1. Vorsitzende des Vereins Schäferhof bei der Ausstellungseröffnung „Alles rund um die Heidschnucke“ am verregneten 01. Mai im Heidehaus. Vorbereitet wurde die Ausstellung von Uschi und Klaus Timm und Helma Schüler. Trotz des bescheidenen Wetters waren wieder viele Neuenkirchen zur Ausstellungseröffnung in das Heidehaus gekommen.

400 Muttertiere und noch mal 400 bis 450 Lämmer hat die gut gepflegte Herde heute und ist – dank Matthias und Helma Schüler – ein Touristenzugpferd geworden. Jetzt können Neuenkirchener und Gäste wieder jeden Abend gegen 17.30 Uhr Matthias beim Schnuckeneintrieb entgegen gehen. Das ist nicht nur für Kinder ein schönes Erlebnis.

Auch der Wolf hat seinen – aber nur informativen – Platz im Heidehaus erhalten. Direkt am Hofgelände wurde er zum Glück noch nicht gesehen. Aber, so Matthias Brockhoff, er ist da und er wird bleiben und wir Menschen müssen damit umgehen. Dafür ist aber auch die Unterstützung seitens der Landesregierung nötig, denn einige Schäfer stehen schon vor der Insolvenz.

Nach der Ansprache erzählte Mattias Brockhoff vom Verband Lüneburger Heidschnuckenzüchter alles, was er über die Heidschnucke weiß. Allerdings nicht in aller Ausführlichkeit, denn das hätte den Rahmen der Veranstaltung sicher gesprengt. Früher hatte eigentlich jeder Hof Heins es in der Lüneburger Heide rund eine halbe Million Schnucken – heute gibt es nur noch ca. 5 bis 10 % davon. Dafür sind sie – dank dem heute besseren Futter vor allem über den Winter – aber auch fast doppelt so schwer und widerstandsfähiger. So waren früher Zwillingsgeburten, die heute öfter vorkommen, seinerzeit eine Katastrophe.

Der Verband Lüneburger Heidschnuckenzüchter kümmert sich auch um die Züchter, denn Zucht bedeutet nicht nur zeitlichen Mehraufwand, aber auch um die Halter; das meiste sei Beratungsaufwand, so Matthias Brockhoff.

Wussten Sie, dass die Bock-Auktion in Müden, bei der – wie bei Pferden – die Böcke gekört werden, einzigartig auf der Welt ist? Werner Struntz, Matthias Schüler und weitere Vertreter des Vereins Schäferhof fahren jedes Jahr dorthin.