Das Heidehaus 1995

Es war eine typische Eigenheit dieser ehemals sehr armen Landschaft, dass Menschen und Tiere unter einem gemeinsamen Dach wohnten. Heiz- und Brennstoffe waren sehr knapp. Torf musste im Frühsommer gestochen und eingebracht werden. Im Winter diente die natürliche Wärme der Tiere im Stall und eine offene Feuerstelle auf der Diele (Fleet) als Wärmequelle. Der Rauch zog ohne Schornstein durch das Reetdach ab.

Um 1800 zog man eine Querwand durch das Hallenhaus und verlegte die offene Feuerstelle vor diese Wand ins Fleet. Das sogenannte niedrige Kammerfach wurde aufgeteilt in zwei bis drei Stuben (Dönzen). An der Seitenwand entstanden die Butzen für Magd und Knecht. Zu beiden Seiten führte eine Tür nach draußen, die Bangendör. Auf beiden Seiten der Diele hatte das Vieh seinen Platz. Um 1900 zog man vor dem Fleet eine weitere Wand durch das Haus und trennte das Feuerfach vom Viehfach ab. Das große Tor die Missendör wird von einem Göpel gehalten.
Heute befinden sich im Heidehaus, einer Fachwerkkonstruktion in historischer Zwei-Ständer-Bauweise, Aufenthaltsräume, Information, öffentliche Toiletten und eine Ausstellung mit jährlich wechslendem Thema.
 

Kleiner Schafstall 1974

Der erste kleine Schafstall wurde in der Urform des Sparrendaches auf Natursteinen erbaut, wie sie in der umliegenden Gegend gefunden werden. Um starken Wind abzuweisen, reicht das Dach tief herunter. Im Eingang befinden sich die Schäferbutze, Futtervorräte und ursprünglich die Hundebox. Eine gute Durchlüftung ist wichtig. Hunderte von Schwalben brüten hier ihre Jungen aus. Bereits 1977 wurde dieser erste Stall für die Herde zu klein und mußte auf 34 m verlängert werden. Er wurde landschaftstypisch mit Reet eingedeckt.weisen, reicht das Dach tief herunter. Im Eingang befinden sich die Schäferbutze, Futtervorräte und ursprünglich die Hundebox.
 

Stallscheune 1980

Die Scheune wurde 1670 in Zahrensen erbaut und 1850 nach Reinsehlen umgesetzt. 1980 erfolgte die Umsetzung und der Wiederaufbau auf dem Schäferhof Neuenkirchen. Ständer und Fachwerkteile sind aus Eiche, gezapft und markiert und lassen sich vollständig auseinander nehmen. Das Dach aus leichterem Fichtenholz und Langstroh (heute Reet) wird immer neu erstellt. Es handelt sich um eine atypische Drei-Ständer-Bauweise mit einer seitlich angesetzten Stallverbreiterung. Die durchgehenden drei Ständerreihen mit ihren Deckenbalken tragen die Dachkonstruktion. Die Gefache wurden ursprünglich mit Stroh und Lehm ausgefüllt. 1990 wurde im hinteren Stall ein Schlacht- und Kühlraum angebaut, der allen heutigen Anforderungen entspricht. Der Aufbau der Stallscheune wurde in den Jahren 1979/80 vom Amtsrichter Speer besonders gefördert.
Die Stallscheune kann für private Feiern unter Beteilligung eines einheimischen Gastwirtes gemietet werden. Anfragen unter: info@schäferhof-neuenkirchen.de
 

Remise 1982

Dieser ursprünglich durchfahrbare Wagenschuppen entstand 1982 als Unterstellplatz für landwirtschaftliche Geräte. Später wurde eine Garage mit Toren für den Trecker eingebaut.
Heute befindet sich in der mittleren Durchfahrt der Verkaufsstand für Heidschnuckenprodukte des Vereins Schäferhof, der von Anfang Mai bis Ende Oktober während der Eintriebszeiten der Herde von Dienstag bis Sonnabend ab 17 Uhr geöffnet ist. Frischfleisch nur auf Bestellung. Preisliste s. unter "Hofladen".
In der Saison von Mai bis Oktober ab 17 Uhr bei gutem Wetter "Mittwochsgrill" mit leckeren Heidschnuckenprodukten.

Grosser Schafstall 1992

Wegen der notwendigen Vergrößerung der Herde auf das Schäfermaß von 320 - 350 Muttertieren (betriebswirtschaftliche Größe) musste ein zeitgemäßer Wirtschaftsstall geschaffen werden.
Der reetgedeckte neue Stall 14,8 x 29 m kann mit dem Trecker zum Füttern mit Großballen und zum Ausmisten befahren werden. Das Scheren, Ablammen und Füttern kann hier übersichtlicher vonstatten gehen.
Das Klima und die hygienischen Bedingungen sind in dem neuen Stall hervorragend. Schäferbutze und Futtersilo konnten den modernen Erfordernissen angepasst werden. Die beiden Schnuckenställe sind durch den Pferch verbunden. Sie stellen eine wirtschaftliche Einheit dar.

 

Vorratsscheune 1998

Etwa 750 Schnucken muß der Schäfer betreuen. Wirtschaftlich ist das heute nur mit Großballen möglich. Dieses Futter wird im Sommer auf eigenen Flächen und bei befreundeten Landwirten geworben und hier für die lange Stallzeit der Herde von Weihnachten bis Ende April gelagert. Die Scheune hat ein Grundmaß von 20 mal 26 m ist voll befahrbar und bietet unter dem Schirm Unterstellmöglichkeit für die Anhänger und Geräte. Ein Großteil der Schalung wurde von der Seniorengruppe des Vereins, in dem strengen Winter 1997/98 in Eigenleistung erbracht.

 

Brunnenhaus 1999

Der klassische Brunnen in der Heide war ein Ziehbrunnen. Bei der Wassersuche mit Wünschelrutengänger und Spülversuchen, konnte Wasser erst in 23 m Tiefe gefunden werden. Normalerweise hätte hier keine Hofstelle entstehen können.Um dennoch den Vereinswünschen und den modernen Anforderungen gerecht werden zu können, denn ein Brunnen muss abgedeckt und die Wasserqualität gesichert sein, wurde hier ein Kompromiss gefunden. Ein elektrisches Pumpwerk fördert das Wasser, das der Schäfer im Sommer preisgünstig für die Tränkewagen nutzen kann.
Zudem stellt das Brunnenhaus eine gute Rast- und Unterstellmöglichkeit für Wanderer und Radfahrer dar. Fahrräder können angelehnt, Hände und Füße über einem Kurzschalter erfrischt werden.
 

Alter Speicher

Erbaut 1814 in Mittelstendorf. Umgesetzt 1974 nach Neuenkirchen, Kabenstrasse. 2006 auf den Schäferhof
Treppenspeicher sind zwei oder dreigeschössige Fachwerkbauten, die häufig in der Lüneburger Heide auf den größeren Höfen anzutreffen sind. Sie stehen auf Mauerwerk oder Fundamentsteinen.
Eine außen meist an der Giebelseite angebrachte Treppe führt zum oberen Geschoss hinauf und endet unter dem weit ausladenden Dach in einem Podest, von dem man zur Tür gelangt.
Trippenspieker (Treppenspeicher). Kornspeicher, Schrotspeicher, Imkerspeicher, Hochzeitsspeicher, Mutters Speicher.
Wegen der großen Feuersgefahr war der Speicher meist vom Haupthaus abgerückt. So schützte man oftmals wichtige Dinge wie Papiere, Aussteuer oder Sonntagskleidung oder das Saatgut vor der Feuersbrunst. Die Speichertüren waren immer sorgfältig verschlossen und vom Haupthaus aus zu sehen.

 

Bienenzaun (Immetun)

Als unsere Vorfahren die Bienen aus ihren natürlichen Höhlen, den alten Bäumen oder Felsspalten in die Nähe ihrer Wohnsiedlungen brachten, nutzten sie das Material, das ihnen zur Verfügung stand. Wollte man den Bienen den Honig rauben, so mußte man bislang das Volk von vorn angehen und mit heftiger Abwehr rechnen. So erschien es besser, den Bienenstock, die "Beute" von oben, hinten oder unten anzugehen. Erst im 18. Jahrhundert entstanden die verschiedenen Korbbeuten, in denen die Bienen frei bauen konnten und in denen der Honig von unten zu entnehmen war. Der Lüneburger Stülper ist ein aus Stroh und Weidengeflecht bestehender Korb, der mit Lehm oder Kuhmist verschmiert wurde.
Die ursprüngliche Heidebiene war schwarmfreudig und widerstandsfähig. Die Vermehrung der Völker erfolgte durch häufiges Schwärmen im Frühsommer. Die Schwärme wurden im Schwarmbeutel eingefangen, in den Korb "gestoßen" und über den Sommer zu den unterschiedlichen "Trachten" (Blüten) gebracht. Mehrere Stülper standen in einem Bienenzaun. Starke Völker und viel Honig gab es meist erst im Spätsommer in der Massentracht "Heide". Die Beute (der Korb) wurde meist im Herbst ausgeschwefelt. Die unregelmäßig gebauten Waben konnten jetzt aus dem Korb von unten ausgeschnitten werden und als Scheibenhonig, Presshonig oder Winterfutter für die Bienen aufbereitet werden. Nur wenige starke Völker wurden über den Winter gefüttert, um im Frühjahr durch Schwärmen und Teilung vermehrt zu werden.
Nach altem Brauch im "Lüneburgischen" musste ein Imkerknecht 2 Jahre lernen und eine "Lagd" = 60 Leibimmen versorgen. 60 Körbe standen vormals im "Immetun". Durchschnittsertrag pro Volk etwa 15 - 20 kg Honig pro Jahr. (Heute mit der Magazinimkerei, mit Völkern, die im Herbst aufgefüttert werden und stark aus dem Winter kommen und bei denen man versucht das Schwärmen zu verhindern sind es etwa 40 - 60 kg Honig pro Beute).
Die Heidschnucken erfüllen zwei Aufgaben. Durch Verbiß verjüngen sie das Heidekraut und regen es zum kräftigen Blühen an. Desweiteren zerreißen sie die zahlreichen Spinnweben, die vor allem im Spätsommer in der Heideblüte den Bienen zum Verhängnis werden.


Wat is ien olen Eikenbolten-Tuun?

Im Jahr des 25. Jubiläums 2001 hat der Verein Schäferhof e.V. zur Abrundung der Hofanlage einen Zaun in historischer Bauweise am Schäfergehöft errichtet.
Baumaterial war ehemals in der Heide rar. Jedoch ließen sich die Holzabfälle in dieser Form als Spaltmaterial hervorragend für Zäune nutzen. Keine Schnucke springt über diesen Zaun. Die Zäune halten oftmals länger als 50 Jahre.